
Die kürzlich von Marstek eingeführte Venus E 3.0 ist die neueste Generation der AC-Steckerbatterie des Herstellers. Dieses Modell baut auf der äußerst erfolgreichen Venus-E-Serie auf und kombiniert Plug-and-Play-Installation mit fortschrittlicher Technik. Das System ist für Haushalte konzipiert, die ihren Energieverbrauch optimieren möchten, mit umfassenden Möglichkeiten für Netzsteuerung und intelligente Automatisierung. Wir hatten die Gelegenheit, die Venus E 3.0 ausführlich zu testen. In diesem Review gehen wir auf die technischen Merkmale, den Installationsprozess, die Kompatibilität und die Leistung in der Praxis ein.
Marstek ist einer der größten Produzenten von Heimbatterien weltweit, mit einem starken Fokus auf den europäischen Markt. Sie sind spezialisiert auf modulare und benutzerfreundliche Energiespeicherlösungen, darunter die beliebte Venus-Serie. Dank der Kombination aus einfacher Installation, intelligenten Funktionen und scharfem Preis ist Marstek Marktführer im Bereich Steckerbatterien in Deutschland.
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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Venus E 3.0 vs. 2.0
- Technische Spezifikationen
- Sicherheit
- Unboxing & Optik
- Installation
- App-Funktionalität
- Home Assistant Integration
- Praxiserfahrungen
- Wärmebilder
- Round-Trip-Effizienz
- Preis pro kWh
- Vergleich mit der Konkurrenz
- Vor- und Nachteile
- Endurteil
🔋 Einleitung: Venus E 3.0 – AC-Steckerbatterie mit viel Leistung

Die Venus E 3.0 ist eine Plug-and-Play-Heimbatterie, die vollständig über das Stromnetz (AC) arbeitet. Als Nachfolger der beliebten Venus E 2.0 baut sie auf dem Erfolg der meistverkauften Batterieserie in den Niederlanden auf.
Im Gegensatz zu Modellen wie der Venus A und D hat die E 3.0 keinen Anschluss für Solarmodule. Sie lädt über eine standard Steckdose mit bis zu 2.500 W – ideal für alle, die ihren Eigenverbrauch erhöhen möchten, ohne eine komplexe Installation.
Da die Batterie ausschließlich über AC arbeitet, lässt sie sich mühelos in bestehende Solaranlagen integrieren. Die Venus E 3.0 lädt den Überschuss an Solarstrom einfach über die Steckdose, ohne direkten Anschluss an die Solarmodule selbst.
Das Design fällt sofort ins Auge: ein kompaktes Aluminiumgehäuse mit glänzender schwarzer Front und vollständig geräuschlosen Betrieb dank passiver Kühlung. Marstek hat sichtbar viel Aufmerksamkeit auf die Formgebung verwendet – und das ist gut gelungen.
Technische Merkmale der Venus E 3.0:
- 🔌 AC-Steckerbatterie: Kein direkter Solarmodulanschluss; lädt über das Netz mit bis zu 2.500 W.
- 🔁 Bidirektionales Laden/Entladen: Unterstützt Netzeinspeisung und Energiesteuerung via intelligenter Modi.
- 📊 Intelligente Integration: Modi für dynamische Stromtarife und Null-Einspeisungs-Strategien.
- 🧩 Flexibilität: Speicherkapazität erweiterbar bis 15,4 kWh durch 3 Geräte, abgestimmt auf unterschiedliche häusliche Energiebedürfnisse.
- 🔗 Kompatibilität: Unterstützung für P1-Zähler, CT (zumm beispiel Shelly) und Home Assistant über offene API (geplant, Datum noch nicht bekannt).
- 🛠️ Installationsfreundlichkeit: Konzipiert für schnelle Platzierung ohne komplexe Verkabelung oder Installateure.
🔄 Venus E 3.0 vs. 2.0

✅ Was ist neu bei der Venus E 3.0?
- Feste Netzwerkanschluss: Anschluss für ein Netzwerkkabel, um sie direkt mit dem Router oder Netzwerk zu verbinden.
- Wandmontage inklusive: Wird standardmäßig mit einer Wandhalterung geliefert.
- Kompaktere Abmessungen: 38 % kompakter (48 × 62 × 15 cm vs. 60 × 70 × 22 cm).
- Leichter: 7 % leichter als die Venus E 2.0, aber immer noch 60 kg (vs. 65 kg).
- Effizienter: 5 % effizientere Round-Trip-Effizienz (RTE) (Angabe Marstek).
- Neues Gehäuse: Schlankeres und funktionaleres Design, Aluminium-Druckgussgehäuse vs. Stahlgehäuse bei der Venus E 2.0.
🚫 Was fehlt bei der Venus E 3.0 im Vergleich zur 2.0?
- Keine Räder: Die V3 ist für die feste Montage konzipiert und hat keine fahrbare Basis.
- Keine Griffe auf der Oberseite: Sondern an der Seite der Venus E 3.0.
💰 Preisunterschied
Der empfohlene Verkaufspreis der Venus E 3.0 liegt derzeit über dem der V2, doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die 3.0 auf ein ähnliches Preisniveau einpendelt.
Kompatibilität:
- App-Integration: Alle Generationen sind über die Marstek-App koppelbar, ideal für Erweiterung oder Upgrade.
- Vollständige Zusammenarbeit: Versionen V1, V2 und V3 können problemlos in einem System kombiniert werden.
⚙️ Technische Spezifikationen – Venus E 3.0
| Eigenschaft | Spezifikation |
|---|---|
| AC-Ladeleistung | 2.500 W bidirektional (Laden/Entladen via Netz). Entladen 2.500 W (nur an separater, freier Gruppe), sonst maximal 800 W. |
| Backup-Leistung | 2.500 W kontinuierlich |
| EPS-Schaltzeit | <15 ms (Notstromversorgung) |
| Speicherkapazität | Semi-modular: von 5,12 kWh bis 15,36 kWh (3 Geräte) |
| Skalierbarkeit via SmartBox | Bis 6,6 kW / 46 kWh (1-Phasen) mit 3 Geräten oder 19,8 kW / 138 kWh (3-Phasen) mit 9 Geräten |
| Kühlung | Passiv gekühlt, flüsterleise |
| Zelltyp | LFP (LiFePO4), >6.000 Zyklen |
| Schutzart | IP65: staub- und wassergeschützt |
| Temperaturbereich | -20 °C bis +55 °C |
| Konnektivität | Bluetooth, Wi-Fi, Ethernet, RS485 |
| Monitoring & Steuerung | Via Marstek App: Echtzeit-Energiefluss, Zeitpläne, Automatisierung |
| Intelligente Funktionen | KI-gesteuerte Ladeschemata, Anti-Einspeisung via Smart Meter |
| Offene API | Ja, für Integration mit externen EMS-Systemen (noch nicht verfügbar) |
| Installation | Plug-and-Play, innerhalb von 5 Minuten betriebsbereit, wenn P1-Zähler vorhanden (Marstek CT003) |
| Abmessung & Gewicht | 48 x 62 x 15 cm / ca. 60 kg |
Der Standby-Verbrauch beträgt 7W für die Venus E 3.0 (gemessen mit einer Smart Plug).
Garantie: Marstek bietet 10 Jahre Garantie ab Kaufdatum auf die Haupteinheit, sofern das Gerät bei autorisierten Händlern gekauft wurde. Andernfalls gilt die gesetzliche Garantie von 2 Jahren.
🛡️ Sicherheit
Marstek setzt auf LFP-Technologie (Lithiumeisenphosphat / LiFePO4), genau wie viele andere Steckerbatterie-Hersteller. Dieser Batterietyp ist bekannt für seine thermische Stabilität und chemische Sicherheit. Ein beruhigender Gedanke, besonders wenn die Batterie im Haus verwendet wird.
Die Sicherheit von Steckerbatterien hängt weitgehend von der Gruppe ab, an der sie angeschlossen sind, und von der maximalen Entladeleistung, die man einstellt.
✔ Wichtig: Sobald die Gesamtausgangsleistung über 800 W liegt, ist es zwingend erforderlich, die Batterie an eine separate Gruppe im Sicherungskasten anzuschließen – also nicht zusammen mit anderen Geräten. Lassen Sie dies immer von einem autorisierten Elektriker überprüfen oder installieren.
✔ Wichtig: Installieren Sie immer einen Rauchmelder über der Steckerbatterie. Stellen Sie außerdem sicher, dass die Heimbatterie nicht in einem Fluchtweg installiert wird.
📦 Unboxing & Optik
Die Venus E 3.0 ist stabil in einer Kartonschachtel mit zusätzlichem Schaumstoffschutz verpackt.









Im Lieferumfang enthalten:
- Garantiekarte für 10 Jahre Garantie
- Halterungsset zur Wandmontage der Venus
- AC-Netzkabel
- P1-Zähler CT003
Erster Eindruck:
Wie bereits erwähnt, hat die Venus E 3.0 ein schickes und modernes Design. Die Vorderseite zeigt mehrere LED-Indikatoren, die subtil leuchten. Während des Entladens zeigt die Batterie-LED eine pulsierende Bewegung, was einen visuellen Einblick in die Systemfunktion gibt. Es gibt separate LEDs für WARN, GRID (Netzverbindung), BACKUP, CT (Smart Meter), WiFi und BT – jeweils mit eigenem Status.
Positiv ist, dass die Notstromsteckdose großzügig platziert ist, mit deutlich mehr Arbeitsraum als bei der Venus E 2.0. Die Zugänglichkeit zu den Klappen an den Seiten ist jedoch weniger praktisch; die Griffe sind schwer zugänglich, was das Öffnen erschwert.
🔧 Installation
Die Installation ist sehr einfach und auf Plug-and-Play ausgelegt. In 5 Schritten sind Sie fertig:
- Platzierung – Stellen Sie die Venus E 3.0 auf einen stabilen Untergrund, vorzugsweise innen oder an einem geschützten Ort (trocken, staubfrei, im Temperaturbereich von -20°C bis 60°C). Sorgen Sie für ausreichende Belüftung.
- Anschluss an Steckdose – Schließen Sie die Batterie an eine geerdete Steckdose an, um sie sofort aufzuladen. Verwenden Sie immer die richtigen Kabel und vermeiden Sie Verlängerungskabel.
- Kopplung mit der App – Laden Sie die Marstek-App herunter, verbinden Sie die Batterie via WiFi und durchlaufen Sie die Konfiguration.
- P1-Zähler oder Shelly – Koppeln Sie den P1-Zähler mit Ihrem Smart Meter und fügen Sie ihn in der Marstek-App hinzu.
- Kontrolle & Nutzung – Überprüfen Sie die LEDs und die App. Ab jetzt können Sie die Batterie direkt laden oder die intelligenten Modi nutzen.
Die Konfiguration verlief reibungslos und war in etwa zehn Minuten abgeschlossen.
💡 Tipps:
- Ladestand bei Abschaltung: Wenn du die Batterie für längere Zeit ausschaltest, achte darauf, dass der Ladezustand zwischen 40 und 60 % liegt und die Batterie vom Stromnetz getrennt ist. Überprüfe monatlich, ob noch genügend Energie vorhanden ist, um eine Tiefentladung zu vermeiden.
- Belüftung: Stelle die Batterie nicht in einen geschlossenen Schrank. Eine gute Wärmeabfuhr verlängert die Lebensdauer.
- Sicherheit: Halte das Gerät fern von Feuchtigkeit und direkter Sonneneinstrahlung.
- Installation – Fachbetrieb oder selbst? Für den Basisbetrieb (Plug & Play) kannst du die Installation problemlos selbst durchführen. Wenn du jedoch mit mehr als 800 W entladen möchtest, achte unbedingt darauf, alle Sicherheitsanweisungen vollständig zu befolgen.
Bei der Venus E 3.0 ist die maximale Entladeleistung erfreulicherweise standardmäßig auf den niedrigeren Wert von 800 W eingestellt. Im Gegensatz dazu war sie bei der Venus D standardmäßig auf 2.200 W festgelegt. Diese höhere Leistung darf jedoch ausschließlich verwendet werden, wenn die Marstek-Einheit an einem separaten Stromkreis ohne weitere Verbraucher angeschlossen ist.
🔋 App-Funktionalität
📱 App-Funktionalität: Hinzufügen eines P1-Messgeräts oder von Stromwandlerklemmen (CT-Klemmen)
🔌 P1-Messgerät Marstek (CT003)
Wähle unten links auf dem Startbildschirm die Option „CT“. Anschließend kannst du den CT-Typ ändern und aus den unterstützten Geräten auswählen. In unserem Fall wählen wir den P1 von Marstek – dieser wird einwandfrei erkannt und hinzugefügt, und die Daten werden anschließend korrekt angezeigt.



Die App bietet 3 Standard-Modi:
- ⚙️ Eigenverbrauch: Dieser Modus ist im Grunde eine Variante des „Nullenergiehaus“-Prinzips. Bei einem Überschuss an Solarenergie wird die Batterie automatisch geladen. Sobald Strom aus dem Netz bezogen wird, schaltet das System auf Entladung um. In der Praxis bedeutet das: Laden am Tag, Entladen am Abend und in der Nacht. Diese Funktion lässt sich ein- oder ausschalten – weitere Einstellungen gibt es nicht. Es handelt sich um einen „Set-and-Forget“-Modus.
- 🤖 KI-Optimierung: Obwohl diese Funktion in der App als „KI“ bezeichnet wird, handelt es sich eher um eine Kombination aus dynamischer Vertragsoptimierung und dem selbstinitiierten Modus. Die Batterie wird bei niedrigen Strompreisen geladen und bei hohen Preisen entladen, wobei auch PV-Überschüsse berücksichtigt werden. Das System kombiniert diese Faktoren, um den finanziellen Ertrag zu maximieren.
- 🕒 Manuell: In diesem Modus kannst du feste Lade- und Entladezeiten pro Tag definieren – inklusive der gewünschten Leistung pro Zeitfenster.
Im Kapitel „Praxiserfahrungen“ gehen wir näher auf die verschiedenen Betriebsmodi ein.
Home Assistant Integration (Offene API)
Aktuell ist noch nicht viel über den Status und die weitere Planung bekannt. Auf der Website von Marstek findet sich jedoch folgendes Versprechen:


Marstek hat eine offene API für die lokale Steuerung und Integration mit z.B. Home Assistant angekündigt. Die Dokumentation ist verfügbar, aber die API selbst ist derzeit (November 2025) noch nicht öffentlich zugänglich.
Für die Marstek-Geräte gibt es bereits erste Initiativen zur Entwicklung einer externen Steuerung außerhalb der App – wie auf GitHub zu sehen ist. Wenn du damit jedoch wenig Erfahrung hast, ist es ratsam, auf die offizielle Open API zu warten, die von Marstek angekündigt wurde.
Beispiel eines GitHub-Tools:

Die Open-API-Dokumentation von Marstek ist inzwischen verfügbar – ein wichtiger Schritt in Richtung breiterer Integration und maßgeschneiderter Lösungen. Zwar ist die eigentliche API noch nicht öffentlich zugänglich, doch die Dokumentation bietet bereits einen guten Einblick in die Möglichkeiten zur externen Steuerung und Überwachung.
Ein großer Vorteil der wachsenden Beliebtheit der Venus-E-Serie ist, dass immer mehr Community-Initiativen für alternative Steuerungen entstehen – etwa Integrationen mit Home Assistant, Node-RED oder direkter MQTT-Anbindung. Das macht das System besonders attraktiv für Nutzer, die maximale Kontrolle über ihr Energiemanagement wünschen – auch unabhängig von der Standard-App von Marstek.
Praxiserfahrungen
- Eigenverbrauch : Funktioniert ausgezeichnet. In einem nächtlichen Test konnte der Netzbezug auf nahezu 0 kWh gehalten werden.


Während eines nächtlichen Tests haben wir die „Nullenergiehaus“-Strategie aktiviert, um deren Effektivität zu bewerten. Die durchschnittliche Last in der Nacht lag zwischen 70 und 150 W. In den untenstehenden Screenshots sind die Daten des P1-Messgeräts sichtbar – mit Import- und Exportwerten zwischen 00:05 und 06:05 Uhr. Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, gelingt es der Venus 3.0, den Verbrauch hervorragend auszugleichen: Der Zähler bleibt nahezu auf Null. Kleine Ausschläge sind erkennbar, hauptsächlich verursacht durch das Einschalten des Gefrierschranks.
Über diesen Zeitraum von sechs Stunden betrug der Netzimport lediglich 0,3 kWh, während 0,2 kWh exportiert wurden – ein gutes Ergebnis. Die Venus 3.0 zeigt damit, dass in Kombination mit einem DSMR-5.0-Smartmeter (mit einem Ausleseintervall von einer Sekunde) und dem P1-Adapter von Marstek eine präzise Nullenergiehaus-Regelung sehr gut umsetzbar ist.

- Manueller Modus: Funktioniert wie erwartet, aber es fehlt ein einfacher Schieberegler für die direkte Wattage-Einstellung.


- KI-Optimierungs-Modus: Bietet wenig Transparenz und Flexibilität für fortgeschrittene Nutzer. Eine dedizierte Modus für dynamische Verträge wäre wünschenswert.


Die Marstek optimiert auf zwei Ebenen: Laden bei niedrigen Strompreisen und Entladen bei hohen – sowie die Nutzung von PV-Überschüssen im Vergleich zum Netzbezug. Im Einstellungsmenü lässt sich ein fester Preis für Laden/Entladen definieren, der jedoch offenbar nur als Referenzwert für die Berechnung des statistischen Gewinns dient.
Die Anleitung bietet wenig Erklärung, und das Gewinnanzeigefenster ist eher indikativ. Wie diese Werte berechnet werden, bleibt unklar – was die Transparenz und das Vertrauen in die Optimierungslogik beeinträchtigt.
🔄 Wunsch: Dynamischer Vertragsmodus
Ein dedizierter Modus für dynamische Stromverträge wäre äußerst wertvoll: Laden und Entladen rein auf Basis aktueller Börsenpreise, mit konfigurierbaren Preisspreads (z. B. Laden bei ≥ 0,10 €/kWh Preisunterschied). So ließe sich gezielt auf Rendite optimieren, unter Berücksichtigung von Round-Trip-Effizienz und Abschreibungskosten.
⚙️ Aktueller Stand: begrenzte Steuerung
Derzeit sind die Einstellmöglichkeiten stark eingeschränkt. Die Optimierung erfolgt weitgehend automatisiert und kombiniert Tarifdaten mit PV-Überschüssen und Netzlast, bietet aber kaum Spielraum für eigene Strategien. Für fortgeschrittene Nutzer ist das eine verpasste Chance.
💡 Empfehlung: Mehr Konfigurierbarkeit
Eine konfigurierbare Steuerung mit:
- einstellbaren Schwellenwerten
- visueller Gewinnanzeige
- klarer Trennung zwischen automatischer und manueller Steuerung
würde Marstek deutlich aufwerten – als intelligentes und flexibles Energiemanagementsystem.
Wärmebilder
Wir haben die Wärmeentwicklung der Venus 3.0 mit einer FLIR-Wärmebildkamera untersucht. Die Messungen wurden durchgeführt, nachdem das System etwa eine Stunde lang mit 2.500 W geladen wurde. Der höchste Wert wurde an der Rückseite oben am Gerät gemessen – mit einer Temperatur von 53 °C. Alle anderen Messpunkte lagen deutlich darunter. Solche Temperaturen sind auch bei anderen Batteriemarken üblich.



- Vorderseite: 26 °C
- Oberseite: 42 °C
- Rückseite: 53 °C
🌡️ Analyse der Wärmeentwicklung bei 2.500 W Ladeleistung
| Messpunkt | Temperatur | Richtwert (indikativ) | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Rückseite oben am Gerät | 53 °C | < 60 °C (passive Kühlung) | Akzeptabel |
| Weitere Messpunkte | 25–42 °C | < 50 °C | Sicher |
Auch die Wärmebilder der Anschlüsse wurden ausgewertet. Die Venus E 3.0 ist an eine dedizierte, freie Stromgruppe im Sicherungskasten angeschlossen. Die Temperatur an der Gerätesteckverbindung beträgt 23 °C. Der Stecker in der Wandsteckdose bleibt mit 20 °C ebenfalls unkritisch. Auch das Kabel zeigt mit 25 °C eine geringe Erwärmung. Die freie Gruppe im Sicherungskasten erreicht 38 °C – alle Werte liegen innerhalb der Normgrenzen.



- Stecker: 20 °C
- Kabel: 25 °C
- Sicherungskasten (dedizierte Gruppe): 38 °C
✅ Bewertung der gemessenen Temperaturen
| Komponente | Gemessene Temperatur | Richtwert (indikativ) | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Gerätesteckverbindung | 23 °C | < 40 °C | Sicher |
| Stecker in Wandsteckdose | 20 °C | < 40 °C | Sicher |
| Kabel | 25 °C | < 50 °C bei normaler Belastung | Sicher |
| Freie Gruppe im Sicherungskasten | 38 °C | < 60 °C (je nach Belastung/Umgebung) | Sicher |
Diese Ergebnisse bestätigen, dass die passive Kühlung der Venus 3.0 effektiv funktioniert. Selbst bei längerer Belastung bleibt die Temperatur kontrollierbar, was zur Zuverlässigkeit, Sicherheit und Lebensdauer des Systems beiträgt.
📌 Hinweis: Es ist empfehlenswert, die Temperatur im Sicherungskasten zu überprüfen, nachdem eine Steckerbatterie angeschlossen und über längere Zeit belastet wurde – um unsichere Situationen zu vermeiden.
🔁 Round-Trip-Effizienz (RTE)
Was bedeutet „Round-Trip Efficiency“?
Die Round-Trip Efficiency (RTE) gibt an, wie viel der in einer Heimbatterie gespeicherten Energie letztlich nutzbar zur Verfügung steht. Beim Laden und Entladen einer Batterie geht immer ein Teil der Energie verloren – hauptsächlich durch Wärmeverluste bei der Umwandlung und dem Stromtransport.
Beispiel: Eine Batterie mit 10 kWh und einer RTE von 90 % liefert effektiv 9 kWh nutzbare Energie, während 1 kWh im Prozess verloren geht. Wenn sich dieser Vorgang täglich wiederholt, summieren sich die Verluste und es geht über die Zeit eine erhebliche Energiemenge verloren.
📊 Testergebnisse und Vergleich
Die ersten Praxistests bei einer Lade- und Entladeleistung von 800 W ergaben eine RTE von etwa 83 % – ein Wert, der sich am oberen Ende des Marktes bewegt.
Wir haben auch einige Round-Trips mit 2.500 W durchgeführt, und diese liegen ebenfalls bei etwa 83 %. Zum Vergleich:
| System | Gemessene RTE |
|---|---|
| Venus E 3.0 | ± 83 % |
| Zendure SolarFlow 2400 AC | ± 85 % |
Bei der „Nullenergiehaus“-Strategie fällt die RTE übrigens niedriger aus, da die Last meist deutlich geringer ist. Die hier angegebenen Werte stellen daher die maximal erreichbaren Ergebnisse dar – bei 800 W Dauerlast bzw. 2.500 W Dauerlast.
⚡ Leistungsabhängigkeit und EPEX-Relevanz
Batterien und Wechselrichter arbeiten bei niedrigen Leistungen meist weniger effizient, da Fixverluste relativ stärker ins Gewicht fallen. Bei höheren Leistungen steigt die Effizienz – sofern sie im optimalen Leistungsbereich des Wechselrichters liegen.
Das ist besonders relevant für Anwendungen wie den Stromhandel an der EPEX-Börse, bei denen dynamische Tarife eine Rolle spielen und innerhalb kürzester Zeit große Energiemengen geladen oder entladen werden müssen.
Preis pro kWh
Der Einführungspreis für die Basiseinheit liegt bei ca. €1.400. Für eine Plug-and-Play-Batterie mit 5,1 kWh Speicherkapazität ist das ein scharfer Preis – umgerechnet etwa €274 pro kWh. Und online sind noch günstigere Preise zu finden.
Vergleich Plug & Play Heimbatterien
| Eigenschaft | Marstek Venus E 3.0 | Zendure SolarFlow 2400 AC |
|---|---|---|
| Kapazität | 5,12 kWh | 2,88–17,28 kWh |
| Leistung | max. 2500 W | 2400 W |
| RTE | ca. 75 – 83% | ca. 75–85% |
| Intelligente Steuerung | P1 + App | P1 + KI + App |
| Erweiterbar | Ja, nicht modular | Ja, modular |
| Offene API / Home Assistant | Angekündigt, in Entwicklung | Ja, vollständig |
| Lokale Steuerung | In Entwicklung | Ja, vollständig lokal |
| Notstrom | Ja | Ja |
| Gewicht | ± 60 kg | ± 39 kg |
| Preisindikation | €1.400 / €274 pro kWh | €950 / €351 pro kWh* |
*Wird bei Erweiterung günstiger.
Vor- und Nachteile
✅ Vorteile:
- Einfache Installation: Echt Plug-and-Play
- Leistung: Bis zu 2.500 W Laden und Entladen (bei eigener Gruppe).
- Design: Sehr ansprechend.
- Null-Einspeisung: Funktioniert hervorragend, echte „Set-and-Forget“-Funktion.
- Round-Trip-Effizienz: Mit >83% sehr gut (800 W)
- Notstromversorgung: Bis zu 2.500 W.
- Preis: Sehr günstiger Preis pro kWh.
❌ Nachteile:
- Steuerung: Keine manuelle Einstellung für Laden/Entladen mit X Watt.
- KI-Modus: Nicht transparent oder flexibel, keine volle Unterstützung für deutsche Energieversorger.
- Klappen: An den Seiten schwer zu öffnen.
- WiFi: Manchmal schlechte Reichweite (aber Ethernet möglich).
- App: Schlampige Übersetzungen und manchmal langsame Antwortzeiten.
Endurteil

Wir sind überrascht von der Leistung und dem Design der Venus E 3.0. Das Gerät ist elegant gestaltet, bietet ausreichend Funktionalität und zeichnet sich vor allem durch einen sehr niedrigen Preis aus.
Die passive Kühlung funktioniert hervorragend: Die Venus E 3.0 arbeitet flüsterleise, selbst unter höherer Last. Auch die „Null-auf-der-Meter“-Regelung – für viele Nutzer der wichtigste Betriebsmodus – überzeugt. Allerdings bleibt man noch auf eine offene API für die Integration mit Plattformen wie Home Assistant oder Homey warten. Zudem bietet die App Verbesserungspotenzial in Bezug auf Funktionalität, Sprache und Reaktionszeiten.
Prädikat: Best Value
Unser Fazit: SEHR GUT. Die Venus E 3.0 ist eine gelungene Weiterentwicklung der vielverkauften Venus E 2.0. Der attraktive Preis spielt dabei eine entscheidende Rolle – man erhält solide Standardfunktionen und viel Kapazität zu einem sehr niedrigen Preis. Diese Rezension unterstreicht, warum die Venus-E-Serie zu den meistgewählten Heimspeichern in den Niederlanden gehört.
Für Power-User: Das Urteil lautet GUT. Für Nutzer, die Wert auf eine offene API, lokale Steuerung und umfassende Unterstützung für dynamische Verträge legen, ist es ratsam, auch die Zendure SolarFlow 2400 AC in die Überlegung einzubeziehen oder zu warten, bis Marstek seine App weiter optimiert hat.
