Viele Haushalte fragen sich: Welche Speicherkapazität ist wirklich sinnvoll und wirtschaftlich? In diesem Leitfaden erklären wir die wichtigsten Einflussfaktoren – vom täglichen Verbrauch über den PV‑Überschuss bis hin zu dynamischen Strompreistarifen. Am Ende können Sie mit unserem kWh‑Steckerbatterie‑Rechner Ihre optimale Speichergröße bestimmen.
Warum möchten Sie einen Steckerbatterie?
Der Einsatzzweck bestimmt maßgeblich die ideale Kapazität. In Deutschland sind vor allem diese vier Szenarien relevant:
1. Eigenverbrauch erhöhen (PV‑Überschuss optimal nutzen)
Sie möchten Ihren Solarstrom am Abend und in der Nacht nutzen, statt ihn tagsüber einzuspeisen. Entscheidend ist hier Ihr Abend‑/Nachtverbrauch (18:00–08:00 Uhr). Je höher dieser Verbrauch, desto größer sollte der Speicher dimensioniert sein.
Typische deutsche Fachbegriffe:
- Eigenverbrauchsoptimierung
- PV‑Überschussenergie
- Lastverschiebung
2. Dynamische Strompreistarife (z. B. stündliche Börsenpreise)
Bei börsenpreisgekoppelten Tarifen lädt der Speicher automatisch, wenn Strom günstig ist, und entlädt, wenn er teuer wird. Wichtig sind:
- Lade‑ und Entladeleistung (kW)
- Ihr Handelsverhalten (passiv, moderat, aktiv)
- Anzahl günstiger Stunden pro Tag
Je aktiver Sie handeln, desto eher lohnt sich ein größerer Speicher.
Typische deutsche Fachbegriffe:
- dynamische Strompreistarife
- börsenpreisgekoppelte Tarife
- Flexibilitätsnutzung
3. Notstromversorgung / Backup‑Strom
Sie möchten bei einem Stromausfall wichtige Verbraucher weiter betreiben (Router, Kühlschrank, Heizung, medizinische Geräte, Wärmepumpe). Die benötigte Kapazität hängt davon ab:
- welche Verbraucher versorgt werden sollen
- wie lange die Versorgung aufrechterhalten werden muss
Typische deutsche Fachbegriffe:
- Notstromfähigkeit
- Backup‑Betrieb
- Inselbetrieb (bei geeigneten Systemen)
4. Autarkie erhöhen (optional)
Viele Haushalte möchten ihren Autarkiegrad steigern. Je höher der gewünschte Autarkiegrad, desto größer muss der Speicher sein – allerdings steigt die Wirtschaftlichkeit nicht linear mit.
Typische deutsche Fachbegriffe:
- Autarkiegrad
- Energieunabhängigkeit
- Ganzjahresbilanz
Die fünf wichtigsten Faktoren für die richtige Speichergröße
Um die optimale Kapazität zu bestimmen, reicht die Frage „Wie viel kWh möchte ich speichern?“ nicht aus. Entscheidend sind:
1. Tagesverbrauch (kWh/Tag)
Typische Haushalte liegen in Deutschland bei 7–10 kWh pro Tag. Dieser Wert bestimmt die grundsätzliche Dimensionierung.
2. Abend‑/Nachtverbrauch (18:00–08:00 Uhr)
Dieser Wert ist der wichtigste Indikator für die minimale sinnvolle Speicherkapazität. Er zeigt, wie viel Energie Sie nachts aus dem Speicher benötigen.
3. PV‑Überschussenergie
Wie viel Solarstrom bleibt an einem durchschnittlichen Tag übrig, nachdem alle Verbraucher tagsüber versorgt wurden? Nur dieser Überschuss kann in den Speicher geladen werden.
4. Lade‑ und Entladeleistung (kW)
Eine große Kapazität bringt wenig, wenn der Speicher nur mit 600–800 W laden oder entladen kann. Für dynamische Tarife und Wärmepumpen ist eine hohe Leistung entscheidend.
5. Ihr Ziel
Eigenverbrauch, dynamische Tarife, Notstrom oder Autarkie – jedes Ziel führt zu einer anderen optimalen Größe.
Grundformel für klassische Eigenverbrauchsoptimierung
Für typische Haushalte gilt:
Ideale Kapazität ≈ Abend‑/Nachtverbrauch
Deshalb liegen viele Systeme im Bereich 3–6 kWh – das passt gut zu den meisten Verbrauchsprofilen und sorgt für eine wirtschaftliche Nutzung.
Beispiele für typische Haushalte
Haushalt 1 – 1–2 Personen + kleine PV‑Anlage
- Verbrauch: ca. 5 kWh/Tag
- Abend/Nacht: 2–3 kWh
- Empfehlung: 2–3 kWh
Haushalt 2 – Familie (4 Personen) + ca. 10 PV‑Module
- Verbrauch: 8–10 kWh/Tag
- Abend/Nacht: 4–5 kWh
- Empfehlung: 4–6 kWh
Haushalt 3 – Dynamischer Strompreistarif
- Leistung: 500–1.200 W
- Ziel: günstige Stunden nutzen
- Empfehlung: 5–10 kWh
Haushalt 4 – Notstromversorgung / Backup
- Abhängig von Verbrauchern und gewünschter Dauer
- Empfehlung: 2–4 kWh (Basis) bis 10 kWh+ (erweitert)
Übersicht: Empfohlene Kapazitäten
| Verbrauch | Abend/Nacht | Empfehlung |
|---|---|---|
| bis 6 kWh | 2–3 kWh | 2–3 kWh |
| 6–8 kWh | 3–4 kWh | 3–5 kWh |
| 8–10 kWh | 4–5 kWh | 4–6 kWh |
| 10–14 kWh | 5–7 kWh | 6–10 kWh |
| Dynamischer Tarif | n. a. | 5–10 kWh |
| Notstrom | n. a. | 2–4 kWh |
Häufige Fehler beim Kauf eines Steckerbatterie
- Zu groß dimensioniert → längere Amortisationszeit
- Nur auf kWh achten → Lade-/Entladeleistung ist genauso wichtig
- Winter ignorieren → wenig PV‑Überschuss, Speicher bleibt halbvoll
Für die meisten Haushalte ist 3–6 kWh der ideale Bereich: groß genug für den Abend-/Nachtverbrauch, klein genug für gute Wirtschaftlichkeit.
Fazit
Die richtige Kapazität ergibt sich aus:
- Ihrem täglichen Stromverbrauch
- Ihrem Abend‑/Nachtverbrauch
- Ihrem PV‑Überschuss
- Ihrem Ziel (Eigenverbrauch, dynamische Tarife, Notstrom, Autarkie)
- der Lade‑/Entladeleistung Ihres Systems
Für die meisten Haushalte in Deutschland liegt der ideale Bereich bei 3–6 kWh: groß genug für den typischen Abend-/Nachtbedarf, klein genug für eine gute Wirtschaftlichkeit.
Wenn Sie unsicher sind, starten Sie lieber etwas kleiner und wählen Sie ein System, das später modular erweiterbar ist.
Interaktiver kWh‑Steckerbatterie‑Rechner
Wenn Sie wissen möchten, welche Speichergröße für Ihre Situation optimal ist, nutzen Sie unseren kWh‑Steckerbatterie‑Rechner. Beantworten Sie ein paar gezielte Fragen – und erhalten Sie eine klare Empfehlung.
Steckerbatterie-Entscheidungshilfe
Beantworte die Fragen und erhalte eine persönliche Empfehlung.
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